Aktuelles

Nachfolgend einige Tipps, Erkenntnisse und informative Beiträge zum Thema „Faszination Spiel“, die neu erschienen sind oder die wir, ergänzend zu den bisherigen Ausführungen auf dieser Website, neu entdeckt haben. Ebenso werden die im Buch "Faszination Spiel" aufgeführten Rubriken "Bücherkiste" und "Filme" hier laufend aktualisiert. 

Neuerscheinungen zum Thema "Spiel"

Spielen und Lernen

Wie Kinder die Grundkompetenzen in sämtlichen Bildungsbereichen besonders im freien Spiel erwerben, das zeigt sehr eindrucksvoll und anschaulich der Artikel "Spielst du noch oder lernst du schon? Selbststeuerung als Merkmal von Lebendigkeit."
  Von Elisabeth C. Gründler in ‚Betrifft KINDER‘. Ausgabe 01-02/2021 (Teil 1) und 09-10/2021 (Teil 2): www.betrifftkinder.de


Spielen im 21. Jahrhundert: Der Weg zu einem sinnerfülllten Leben

Faszination Spiel

 

Nach dem Buch „Rettet das Spiel!“ von Gerald Hüther und Christoph Quarch, das grundsätzliche Thesen zum Thema Spiel als Potentialentfaltung und Selbstverwirklichung enthält und unserem Buch „Faszination Spiel“, in dem an Hand vieler Beispiele dargestellt wird, wie das Spiel als wichtige Ressource für ein lebendiges Leben in allen Altersstufen wiederentdeckt werden kann, geht dieses Buch von Nando Stöcklin nun noch einen Schritt weiter. Es zeigt auf, dass die bisher in der industrialisierten Gesellschaft gefragten Kompetenzen, wie in einer bestimmten Zeit zuverlässig und routiniert wiederholende Aufgaben zu erledigen, im 21. Jahrhundert völlig überholt sind. Denn genau diese Aufgaben werden durch die voranschreitende digitale Transformation mehr und mehr Algorithmen übernehmen. Was in diesem neuen Zeitalter zunehmend gefragt ist, das sind genuin menschliche Fähigkeiten, wie Kreativität, Problemlösefähigkeit und Sozialkompetenz – und die lernt man durchs Spielen und sie zeigen sich in einer spielerischen Lebensweise, die zu einem sinnerfüllten Leben führt. 

 
Wie das genau gehen soll, das wird vom Autor, der für sich diese Lebensweise gefunden hat, mit einer märchenhaften Geschichte erzählt, in der von Kapitel zu Kapitel immer mehr entschlüsselt wird, wie der Protagonist sich aus einer leistungsorientierten, auf Lohn, Status und Sicherheit ausgerichteten Lebenshaltung befreit und zu einem erfüllten, spielerischen Leben findet, in dem er seine Leidenschaften ausleben und seine angelegten Potentiale verwirklichen kann. Daneben erfährt man so einiges Bedeutsames über die Tätigkeit des Spielens, über das, was das Spielen so besonders macht, beispielsweise, warum Spielen Nahrung für die Seele ist und warum derjenige, der spielen muss, nicht spielt. 
 
Neben dieser märchenhaften Geschichte, die spannend und fesselnd erzählt wird, so dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen kann, ist das Buch auch didaktisch sehr gut aufbereitet. So enthält es Kennzeichen eines spielerischen Lebens, dargestellt als 12 Puzzleteile, die nach und nach freigelegt werden und am Ende des Buches noch einmal zusammen aufgelistet werden. Darüberhinaus werden – in die Geschichte eingeflochten – die wesentlichen, das Lernen und Arbeiten im 19./ 20. Jahrhundert kennzeichnenden Thesen dargestellt und den neuen, im 21. Jahrhundert maßgeblichen Prinzipien, gegenübergestellt. Zum Beispiel: „Erwachsene müssen definieren, was Kinder wann lernen sollen“ (19./20 Jhdt.) versus „Kinder sollen ihrem individuellem Entwicklungsplan folgen“ (21. Jhdt.),   „Eine gute Ausbildung ist das A und O“ versus „Ein gesundes Selbstvertrauen ist das A und O“, „Welche Diplome hast Du“ versus „Welche Erfahrungen hast Du?“. Auch hier findet man am Ende des Buches noch einmal eine vergleichende Zusammenfassung der Lebenskonzepte im 19./20. Jahrhundert und im 21. Jahrhundert.
 
 Insgesamt ein sehr gelungenes, wegweisendes Buch, das mit dieser märchenhaften Geschichte leichtfüßig daherkommt, mit seinen Inhalten aber die Sprengkraft besitzt, die es oft braucht, um sich aus alten, identitätsstiftenden Mustern zu befreien und neue Wege einzuschlagen.
 
Mehr unter https://spieldeinleben.ch/

Und noch eine Neuerscheinung, in der es auf eine ganz andere Art und Weise um spielerische Lebenskunst geht:
Die Kunst der Großzügigkeit. Geschichten einer leidenschaftlichen Schenkerin.
Von Susanne Kippenberger, Hanser Verlag, Berlin.
 

In diesem Buch wird das Thema Großzügigkeit von vielen Seiten sehr facettenreich an Hand von ‚Geschenke geben und empfangen’ behandelt. Weit über Geschenke als Gastfreundschaft oder zu festlichen Anlässen hinaus, geht es um das Leben selbst: um Almosen; Beerdigungen; Organspende; Trennungen; Geschenke in Kindheit, Jugend und im Alter; um Liebe schenken und so vieles mehr.  

Dabei sind viele Alltagserlebnisse, berührende Geschichten, persönliche Erlebnisse der Autorin mit geglückten und missglückten Geschenken, genau so wie viele Literaturhinweise und wissenschaftliche Erkenntnisse gekonnt und mit Leichtigkeit in die Lektüre eingewoben. 

Das Buch ist schwungvoll und sehr witzig geschrieben und es ist ungemein inspirierend: Man hat das Gefühl, das Großzügigkeitsgen in einem wird aktiviert. Aus der psychologischen Forschung ist bekannt, dass ‚Geben’  - ähnlich wie ‚Dankbarkeit’ - die Stimmung hebt. So reichert das Buch einen nicht nur mit Erfahrungen und Erkenntnissen an, sondern macht einfach auch gute Laune.  

Vorträge und Informationen


 „Kompetenzen für ein gelungenes Leben.“

Ein Beitrag von Prof. Dr. Gerald Hüther:
https://www.youtube.com/watch?v=u961RfqNKtQ

Spielen: Die effizienteste Form des Lernens

Der Diplom-Psychologe Dr. André Frank Zimpel von der Universität Hamburg verweist in einem Vortrag und in einem kürzeren Interview auf die Bedeutung des Spielens - nicht nur bezogen auf Kinder, sondern auch für Erwachsene, denn "Spielen ist immer die effizienteste Form der Lernens, auch für Erwachsene", betont Zimpel.
Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=0Bmr7...
Interview: https://www.youtube.com/watch?v=SuV_cYHgDgo

"What one skill = an awesome life?"

In englischer Sprache mit Untertiteln ein Ted-Talk von Dr. Shimi Kang, deren Buch „Das Delphin Prinzip. Glückliche Kinder sind im Leben erfolgreicher als Einserschüler“ in der Literaturliste auf dieser Website unter 'Kindheit' aufgeführt ist. Auch in diesem Beitrag geht es um ein gelungenes Leben, etwas zugespitzt: an awesome life. 
https://www.youtube.com/watch?v=1EHZAQmw2JA

Corona und Kinder und Jugendliche

 Die neuesten Ergebnisse der COPSY Studie (Corona und Psyche) zu den psychischen Auswirkungen der Corona-Maßnahmen auf Kinder und Jugendliche, siehe Rubrik "Corona und Spiel": Die Bedürfnisse der Kinder.

Lieblingsspiele aus der Zeit des Lockdowns


Der Lockdown hatte den Spiel- und Beschäftigungstrieb der Kinder, Jugendlichen und auch der Erwachsenen stark eingeschränkt. Freies ungezwungenes Spielen und Zusammensein mit anderen war Anfang des Jahres 2021 teilweise nur mit einer Kontaktperson pro Haushalt möglich. 
Die Schulsituation mit Distanzunterricht und vorwiegend am Bildschirm des PCs, schilderten viele Kinder als anstrengend und kräfteraubend. Sie entschieden sich am Nachmittag bewusst für andere Beschäftigungen: Bewegung, Kreativität, Musik, Spielen abseits vom Bildschirm. 
Aber auch in dieser Zeit wurde gespielt. Wir hatten Kinder und Bekannte in dieser Phase gefragt, was aktuell ihr Lieblingsspiel sei. Nachfolgend ein kleiner Auszug unserer kurzen Interviews, der aufzeigt, wieviele kreative Spielideen in dieser Zeit entstanden sind. Wir sind optimistisch, dass etliches davon auch nach der Pandemie weiter fortgeführt wird. 

Sabine Weinberger Faszination Spiel
Sabine Weinberger Faszination Spiel
Sabine Weinberger Faszination Spiel

Leon, 11, bestimmte sofort den Ball zu seinem Lieblingsspielzeug. Er spielt Fußball im Verein und das gemeinsame Spiel vermisste er sehr. Mit einem Softball wurde ihm erlaubt, in der Unterführung zwischen den Mehrparteienhäusern seine Schusstechnik und seine Ballbeherrschung zu verfeinern. Ohne das stündliche Auspowern jeden Tag, meinte Leon, wäre er wohl ziemlich angenervt von der jetzigen Situation. 

Magdalena, ein 10-jähriges lernbehindertes Mädchen, hatte ihre Leidenschaft für Papier und Stifte gefunden. Ihr Lieblingsspiel war es, auf große Makulatur- Rollen Wege und Zäune zu zeichnen und dazwischen ihre Playmobilfiguren zu stellen. Da nicht so viele Aussenkontakte stattfanden, durfte sie ihre Landschaften stehen lassen und konnte so jeden Tag in ihrer Geschichte weiterspielen.

Die 19-jährige Anna konnte ihr Auslandsstudiensemester leider nicht antreten und überbrückte ihre Zeit mit der Betreuung ihres 83-jährigen Großvaters. Beide wählten „GO“ als ihr derzeitiges Lieblingsspiel, weil sie mit ihren ausgeglichenen Partien schöne gemeinsame Stunden verbringen können und sich Gelegenheit für intensive Gespräche ergibt.

Die Abiturientinnen Marlene und Laura hatten das Kartenspiel „Lieberté´“ für sich entdeckt. Sie suchten sich zu ihrem täglichen Spaziergang ein Thema des innovativen Spiels aus und diskutierten pro und contra der Aussage. Das sei eine gute Übung für ihr bevorstehendes Abitur und einfach anders, als ständig am Bildschirm zu sitzen. Sie freuen sich schon darauf, es mit mehreren Klassenkameradinnen am Abend zu spielen. (www.lieberté-Kartenspiel.de).

Die 12-jährige Jana und ihre beiden jüngeren Schwestern hatten sich so sehr gewünscht, dass ihr Vater hin und wieder mit ihnen ein Gesellschaftsspiel spielt, noch dazu, weil er jetzt am Abend öfters zuhause war. Doch er konnte sich für Brettspiele nicht begeistern. Sein Lieblingsspiel ist und bleibt das Schafkopfen, mit seinen Freunden konnte er sich jedoch nicht treffen. Jana hatte die Idee, dass er doch der Mutter und den Geschwistern das Schafkopfen beibringen könnte und er erklärte sich dazu bereit. Es machte ihm Spaß, dass das Spiel bei allen gut ankam und er sich als guter Lehrmeister für seine Familie zeigen konnte. 

Die 17-jährige Katharina puzzelt begeistert, diesmal lag die Herausforderung bei einem 2000 Teile 3-D-Puzzle.

Sabine Weinberger Faszination Spiel

Die Italienreise


Der 11-jährige Leonard berichtete, dass seine Familie am Samstag eine imaginäre Auslandsreise nach Italien gemacht habe. Italien, weil er und sein zwei Jahre älterer Bruder so gerne Italienisch essen. Am Abend vorher bekamen er und sein Bruder den Auftrag, im Internet Wissenswertes über Italien zu recherchieren. Sie einigten sich darauf, dass er etwas über das Land Italien zusammentrage und sein Bruder über die Hauptstadt Rom. Gemeinsam mit den Eltern wurde dann noch der Speiseplan erstellt und ausgemacht, wer was zubereitet. 
Leonards Bruder erklärte sich bereit, die Pasta zu machen, sein Vater die Tiramisù. Die Mutter kümmerte sich um Frühstück und Abendbrot. 


Frühstück


Sabine Weinberger Faszination Spiel

Mittagessen


Sabine Weinberger Faszination Spiel

Abendessen


Sabine Weinberger Faszination Spiel
Sabine Weinberger Faszination Spiel


Nach dem Frühstück fuhr die Familie in die nähere Umgebung und schaute sich eine alte Kirche an, coronakonform von außen. Auf dem Rückweg gab es eine lebhafte Diskussion über die Mafia. Zu Hause wurde dann noch wegen Italiens Liebe zum Fußball ein Tischkickertunier abgehalten: Italien gegen Deutschland. Dann wurde gekocht, gegessen und eine Siesta abgehalten. Nach der Siesta startete die Familie zu einem wissenschaftlichen Ausflug in den Universitätsgarten, in analogie zu Leornardo da Vincis  wissenschaftlichem Engagement. Auf dem dortigen Gelände gab es verschiedene Experimentierstationen, die dazu einluden, etwas auszuprobieren. Zuhause stellten die Kinder dann ihr Wissen über das Land Italien und die Hauptstadt Rom vor, wobei Leonard aus seiner Präsentation ein Quiz machte. 

Leonard erzählte, alle waren von der imaginären Reise so begeistert, dass sie als nächstes nach Griechenland reisen wollen. 

Sabine Weinberger Faszination Spiel


Bücherkiste 

Spielen ist wichtig! 

Nando Stöcklin, der oben bereits vorgestellte Autor von "Spiel Dein Leben",  nennt 10 sehr präzise und umfassend formulierte Gründe, warum Spielen so wichtig ist.
https://spieldeinleben.ch/ressourcen/spielen-ist-wichtig 

Mein Stärkenrucksack

Mit dem Stärkenrucksack gehen Kinder auf die Suche herauszufinden, was sie stark macht und was in ihnen steckt. Mehr unter "Corona und Spiel - Die Bedürfnisse der Kinder" auf dieser Website. 

Schlaumacherbuch 

Im „Schlaumacherbuch“ von Astrid und Wilfried Brüning erfahren Kinder ab dem Grundschulalter Wichtiges über Ihre Gehirnzellen, über ihre Sinne und darüber, wie sie Neues entdecken, behalten und in Wissen verwandeln können. Es wird den Kindern sehr anschaulich erklärt, was in ihrem Gehirn passiert, wenn sie sich zu viel mit Fernseher, Konsolen, Tablets, Smartphones und Co. befassen. Und gleichzeitig, wie sie ihre Gehirnzellen fit machen,  so dass sie in ihrem weiteren Leben die vielen positiven Aspekte der Digitalisierung nutzen und die Risiken realistisch einschätzen können. 

https://www.bruening-film.de/schlaumacherbuch.html

Das Glück ist grau.

von Christopher McDougall. DuMont Buchverlag 2020.

Für erwachsene TierliebhaberInnen, denn Protagonist ist ein Esel.  Eine wahre Geschichte, in der es um sehr viel liebevolle Fürsorge und gleichzeitig um ein weites Spektrum menschlicher Erfahrungen und Gefühle geht: um Gewinnen und Verlieren, Hinfallen und Wiederaufstehen. Und das alles auf dem Boden einer spielerischen Lebenskunst, so dass sich beim Lesen Berührung und Lachen miteinander abwechseln. 


Filme

 Königsdisziplin Spielen

Anschaulich, unterlegt mit Erläuterungen von verschiedensten Fachleuten, zeigt der Film „Königsdisziplin Spielen“ die Bedeutung und Notwendigkeit des Spielens als „Königsweg fürs Lernen“ auf. Erhältlich über AV1 Pädagogik-Filme.
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=6QeR_uOIKrE

Über das Löschen von Gedächtnisspuren

Der 11- minütige Kurzfilm „Über das Löschen von Gedächtnisspuren“.
Der  Film zeigt sehr anschaulich, dass ein begrenzter Computerspielkonsum direkt nach der Schule – als Erholungspause gedacht – denkbar ungünstig ist, da dies die Abspeicherung der schulischen Inhalte blockiert. 

https://www.bruening-film.de/filme/gedaechtnisspuren.html 

Schools of Trust

Einen Einblick in Schulen von Morgen gibt der Film „Schools of Trust“.  Er geht den Fragen nach, wie sehen Schulen aus, an denen Kinder gerne lernen? Was passiert, wenn Kindern Raum gelassen wird, sie selbst zu sein? Wie sehen die Lernorte der Zukunft aus? 

https://info3-verlag.de/der-info3-dvd-shop/
oder auf YouTube:
https://www.youtube.com/watch?v=4Ud7SX7ZHdc  (Trailer) und
https://www.youtube.com/watch?v=S3X3FgOd_bU

Sabine Weinberger Faszination Spiel