Mutmachgeschichten

Hier einige kleine Mutmachgeschichten aus der Zeit des Lockdowns, die uns Eltern, Kinder und Jugendliche berichteten:

·      Die Mutter des 10-jährigen Matthias berichtete von einer großen Legostadt, die ihr Sohn zusammen mit dem jüngeren Bruder Tobias errichtet hat. Die beiden hatten sich während der Schulzeit so gezankt, dass Matthias nicht einmal mehr im gleichen Zimmer wie sein Bruder sein wollte. 

·      Die Familie des körperbehinderten 9-jährigen Jonas genoß die Momente des gemeinsamen Spielens am Nachmittag, für das aufgrund der vielen Therapien in den letzten Monaten wenig Zeit blieb.

·      Die 15-jährige Lena, die sich aufgrund depressiver Verstimmungen in ihr Zimmer zurückzog, erzählte, dass die Familie am Abend eine Runde „Stadt-Land-Fluß“ spielt und sie sich jeden Tag auf die gemeinsame Familienzeit freut.

·      Die Eltern von Kevin (10 J.), die sich seit einiger Zeit über seine Computerspielabhängigkeit große Sorgen machten, berichteten, dass sie einen täglichen Waldspaziergang eingeplant hatten.  Kevin konnte sich hier richtig auspowern und mit einem Stecken seine „Phantasiefeinde“ besiegen, er war wesentlich ausgeglichener und es gab kaum Streitereien über die PC-Spielezeit.

·      Die 13-jährige Sophia erzählte von einer schönen gemeinsamen Zeit mit ihrer alleinerziehenden Mutter, in der sie seit langem wieder miteinander Karten spielten und sich ungezwungen unterhalten haben.. Das hatte es in dem straff durch getakteten Alltag schon lange nicht mehr gegeben. 

·      Der Jugendliche Dirk, 12, ging jeden Morgen mit seinem Vater in die Polsterei und half ihm bei kleinen Aufgaben. Im Gegenzug spielten beide am Abend eine Runde Kicker miteinander, was Jonas sehr genoß, da er seinen Vater inzwischen besiegen kann.
.      Die 3-Jährige Mia hatte sich aus Knete Flügel gebastelt. Mit diesen Flügeln flog sie in ihrer Phantasie zu ihrem Spielplatz, auf dem inzwischen ganz viele Tauben waren, und spielte. 

·      Endlich, erzählte die Mutter der 11-jährigen Lena, konnten wir zusammen den Tod des Vaters und Ehemanns betrauern, der vor 5 Monaten gestorben war. Wir taten dies, indem wir wieder miteinander spielten, sowie wir es oft zu dritt getan hatten. Neben der Trauer kamen eben auch viele schöne und lustige Erinnerungen hoch, über die wir dann gemeinsam nachdenken konnten.

Wir wünschen uns, dass diese Spielzeiten weiter fortgesetzt werden und der Alltag Raum und Zeit für die Spielbedürfnisse aller Altersgruppen zulässt. Da die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen in dieser besonderen Zeit wieder in Kontakt mit ihrem ureigenen Spieltrieb gekommen sind, sind wir optimistisch.